Seekrankheit - (K)ein Thema ? 

 

 

 

 

 

 

Die Angst vor Seekrankheit ist eine weit verbreitete Sorge vor dem ersten Törn. Doch das Wissen um ihre Ursachen und einige Verhaltensmaßregeln können dieser 'Geißel der Seefahrt' meist ihren Schrecken nehmen.

Was ist Seekrankheit, wie entsteht sie und was kann man dagegen tun?

Unter „Seekrankheit“ versteht man eine Bewegungskrankheit mit den Symptomen Übelkeit, Brechreiz, Kopfschmerzen und Schwindel. Sie ist nicht beschränkt auf das Vorkommen bei Menschen auf Seefahrzeugen, sondern tritt auch bei anderen ungewohnten Fortbewegungsarten wie z.B. Fliegen oder Autofahren auf. Grundsätzlich kann es jede Person treffen; ca. 40 % der Bevölkerung hat die Symptome schon einmal erlebt, wobei Frauen anfälliger sind.

Hauptsächlich beteiligt beim Entstehen der Seekrankheit ist die Funktion des Gleichgewichtsapparats (im Innenohr) sowie die Verarbeitung von optischen Eindrücken im Gehirn. Der Effekt wird demnach zurückgeführt auf die Missinformation, die das Gehirn erhält, wenn die vom Beobachter erwartete Bewegung nicht mit der tatsächlich eintretenden Bewegung übereinstimmt.

Neueste wissenschaftliche Untersuchungen haben nachgewiesen, dass das Auftreten der Krankheit direkt mit der Konzentration des im Blut vorhandenen Stoffwechselprodukts Histamin zusammenhängt. Dies ist ein Abbauprodukt von Eiweiss-Verbindungen, welches vor allem in Fischprodukten, aber auch in Lebensmitteln, die einem Gärungsprozess unterliegen, vorkommt. Hierunter fallen z.B. Käse, rohe Wurst, Sauerkraut, Hefeprodukte sowie Wein und Bier. Auch Spinat und Tomaten wurden als „Histamin-Lieferanten“ identifiziert. Histamin wird auch vom Körper selbst gebildet, wenn dieser ungewohntem Stress ausgesetzt ist.

Durch die Forschungen stellte man fest, dass Histamin durch Vitamin C abgebaut wird. Am besten geeignet ist dazu die Einnahme von Vitamin C-Kautabletten (500 mg).

Als Medikamente gegen Seekrankheit werden auch Präparate wie Scopolamin oder sogenannte Antihistaminika empfohlen, wie z.B. Cinnizarin.  Deren Wirkung beruht auf der Blockierung der Histamin-Bindungsstellen im Gehirn, als Nebenwirkung kann allerdings Müdigkeit auftreten.

Ein paar Tipps zur Vermeidung von Problemen mit Seekrankheit:

1. Diät: Vor und während des Törns stark histaminhaltige Nahrungsmittel meiden.

2. Motorik: Aufhalten unter Deck vermeiden, und sich am besten mittschiffs aufhalten. Wenn möglich, eine Landmarke anpeilen oder das Schiffsruder bedienen.

3. Vitamine: Vitamin C (mindestens 2 g/Tag) kann die Seekrankheit unterdrücken. Bei akuten Symptomen 500 mg-Kautabletten zu sich nehmen.

4. Medikamente: In besonderen Fällen auf Medikamente wie z.B. Cinnizarin zurückgreifen (rezeptfrei erhältlich, zu Nebenwirkungen essen Sie nicht die Packungsbeilage, sondern fragen Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker)    

5. Schlaf: Wenn sonst nichts mehr geht, hilft auf jeden Fall Schlaf.

Unser persönliches Rezept ist eine langsame Eingewöhnung an das fahrende Schiff. Das heisst, wir beschränken uns am ersten Tag des Törns auf nur wenige Stunden Fahrt auf See, um die Anpassung des Gleichgewichts-Sinnes an die Schiffsbewegungen zu erleichtern.

Literatur: Reinhart Jarisch: “Histamin-Intoleranz – Histamin und Seekrankheit“, Thieme-Verlag, ISBN 3-13-105 382-8.

 

 

 

 

 

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