British Virgin Islands 3. bis 18. März 2012

Segeln in den Jungferninseln - das heisst Piratenromantik und wunderschöne Strände. Und natürlich Schnorcheln und Tauchen zwischen zauberhaften Inseln und Korallenriffen. Um es gleich vorweg zu nehmen, wir hatten eine Klasse-Törn in den Virgins.

 

Nur ein Mitglied unserer Crew war dennoch nicht ganz glücklich: Obwohl mit großem Angelgepäck ausgerüstet (und auch einer ordentlichen Angellizenz für die Virgins ausgestattet) waren die Fangergebnisse von Jochen nach unzähligen Stunden in den unterschiedlichsten Angeltechniken mit den verschiedensten Angeln, Ködern und sonstigen Variationen eher bescheiden. Große Speisefische sind wohl rar geworden in diesem Revier. Und die wenigen, die es noch gibt, sind unheimlich clever!

 

Hier liegt unsere Cyclades 50.5 'Arwen' von VPM Bestsail an einem der schönsten Ankerplätze des Reviers vor dem winzigen Inselchen 'Sandy Spit', das sich nahe 'Jost van Dyke' (der am weitesten im Westen gelegenen Jungferninsel) befindet.

 

 
Die Anreise in die British Virgin Islands ist auf viele Arten möglich. Da es keinen Großflughafen gibt, kann die Hauptinsel 'Tortola' grundsätzlich nur mit Kleinmaschinen ab 'Puerto Rico' oder den französischen Karibikinseln angeflogen werden.
 
Alternativ kann man den Törn aber auch in 'St. Martin' (Sint Maarten) beginnen. Die je hälftig zu Frankreich bzw. den Niederlanden gehörige Karibik-Insel liegt am nördlichen Ende der Gruppe der Windward-Islands und ist knapp 80 Seemeilen von den Virgins entfernt. Hier zu chartern und den Weg in die Virgins in einem Nachtschlag mit dem Segelboot zu überbrücken, schien uns unter den vielen Alternativen mit ihren jeweiligen Vor- und Nachteilen am effektivsten zu sein - und bewährte sich auch bestens.
 
Um nach St. Martin zu fliegen, gibt es wiederum eine Reihe Alternativen. Die Flüge stoppen meist mit einer Übernachtung in den USA. Wir wollten jedoch einen Direktflug ab Europa, der nur mit vier Gesellschaften ab Amsterdam oder Paris möglich ist. Fliegt man ab Deutschland, sind die Umstiegszeiten sehr knapp, und so entschieden wir, per Zug bzw. PKW nach Paris zu fahren und wählten die relativ unbekannte Air Caraibes, die St. Martin viermal pro Woche ab Paris direkt anfliegt.
 

Samstag 3. März

Wir waren auf verschiedenen Wegen nach Paris angereist, und so traf sich unsere Crew schließlich am Samstag Morgen 9:30 Uhr in 'Paris-Orly' vor dem Schalter der Air Caraibes.
 
 
Da erfuhren wir dann auch gleich, dass unser Flug leider erst mit 4 Stunden Verspätung starten würde.

 

 

Damit war der ausgeklügelte Einkaufs- und Transferplan zur Basis für den Anreisetag schon hinfällig geworden.

Kurz vor dem Boarding wurde ich plötzlich ausgerufen. Hektisch brachte mich ein Flughafenmitarbeiter zu einem Gepäckcheck. Eine unserer (Tauch-)Taschen musste geöffnet werden. Wo das Problem lag, wurde mir nicht erklärt und nach einem kurzen Blick des Gepäcksicherheitspersonals war anscheinend alles ok. Wozu jetzt meine Anwesenheit erforderlich war, erschloss sich mir nicht, und ich beeilte mich, den gut 15 Minuten weiten Weg zur Abflughalle wieder zügig zurückzukommen.
 
 
Der Flug verlief dann sehr angenehm - Air Caraibes kann man sicherlich weiterempfehlen.
Leider schon bei Dunkelheit landeten wir auf dem wegen seiner tiefen Anflüge über den Strand von 'Maho' berüchtigten 'Princess Juliana Airport' im holländischen Teil von 'Sint Maarten'. Und trotz der last-minute-Gepäck-Aktion in 'Orly' war unser Gepäck glücklicherweise vollständig eingetroffen.
 
Mit dem vorbestellten Mietwagen plus einem Taxi machten wir uns gegen 22:00 Uhr auf den Weg zur Basis 'Anse Marcel' im Norden der Insel. Es herrschte dichter Verkehr, denn die Heineken Regatta macht just heute Zwischenstation auf St. Martin. Nach etwas über einer Stunde kamen wir reichlich müde in der Basis an. Schnell brachten wir unser Gepäck an Bord, um dann in der Bar des nahegelegenen Hotels Radisson noch einen leckeren Willkommens-Drink zu nehmen.

Sonntag 4. März

Nach einem äußerst reichhaltigen Frühstücksbuffet im Radisson teilten wir uns wie üblich: Eine Gruppe führte die Schiffsübernahme durch, während die anderen unsere umfangreiche Einkaufsliste abarbeitete. Hier war der eigene Mietwagen natürlich von großem Vorteil.

 

Die 'Arwen' hatte riesige Staumöglichkeiten und so waren die Einkäufe schnell verstaut. Interessant ist die Kabineneinteilung. Neben den bei dieser Schiffsgröße üblichen 4 Doppelkabinen verfügt die Cyclades 50.5 über eine fünfte Kabine mit Stockbett, die die sonst übliche achterliche Backbordtoilette ersetzt. Und dann gibt es natürlich noch eine (sechste) Skipperkabine im Vorschiff, die wir aber nur für überflüssiges Gepäck und später zur Lagerung der Tauchflaschen nutzten.

Als dann auch der Mietwagen zurückgebracht war, konnten wir kurz vor 18:00 auslaufen. Durch die enge Durchfahrt ging es hinaus in die Bucht von 'Anse Marcel'.

 

Schon bald ging die Sonne unter und bei beginnender Dämmerung segelten wir bei angenehmen 4-5 Beaufort durch die Passage zwischen 'St. Martin' und 'Anguilla' in Richtung Nordwesten und Virgins.

 

Wir teilten uns in drei Wachschichten mit je 3 Stunden ein. Der Wind wurde nun nach und nach schwächer und ab 23:00 mussten wir unter Maschine fahren. Dies hatte aber den Vorteil, dass wir so gleich eine gute Anfangskälte in die beiden (sehr geräumigen) Kühlschränke brachten.

Montag 5. März

Gegen 3:00 Uhr frischte der Wind dann wieder ordentlich auf und wir konnten die restlichen noch knapp 30 Seemeilen unter Segel zu den Virgins zurücklegen.

Am Morgen waren wir alle mehr oder weniger gerädert. Die See war bei der Überfahrt zwar eigentlich recht ruhig, aber doch etwas kabbelig. Und so dauerte es zwar länger als sonst, aber schließlich hatte die Seekrankheit doch wieder die üblichen Verdächtigen getroffen und hinweggerafft.

Gegen 7:00 Uhr erreichten wir nach rund 13 Stunden Überfahrt die 'Round Rock Passage', eine der wenigen Durchfahrten durch die südöstliche Riffkante der Virgin Islands. Hier fährt man in den 'Sir Francis Drake Channel' ein, der die Virgin Islands in eine nordwestliche und südöstliche Inselkette teilt. Das Wasser war nun sehr ruhig und gegen 10:00 Uhr erreichten wir schließlich 'Spanish Town' auf 'Virgin Gorda' wo wir im Hafen festmachten.

Die Einreiseanmeldung ist nur auf der Hauptinsel 'Tortola' oder hier möglich. Wir begaben uns gleich zum Einwanderungsbüro um für die Virgins einzuklarieren. Es dauerte eine knappe Stunde, bis alle Angaben gemacht und die stolze Summe von über 400 US-Dollar für die Anmeldung und das Cruise Permit bezahlt war. Da unser Törnplan exakt feststand, konnten wir glücklicherweise auch schon gleich wieder für das Törnende ausklarieren, so dass kein zweiter Besuch der Zollbehörde in zwei Wochen nötig werden würde.

 

In der Marina von 'Spanish Town' kauften wir noch Eis für die Kühlschränke und besorgten die schon in Deutschland bei der hiesigen Tauchbasis vorbestellten Tauchflaschen. Dann legten wir wieder ab. Unser Ziel war der wenige Meilen südlich gelegene Strandabschnitt The Bath, der mit seinen markanten Granisfelsen ungemein an die Seychellen erinnert.

Es war sehr voll hier und wir hatten Glück, noch eine freie Festmacherboje zu finden. Ein Großteil der Buchten in den Virgins ist als Marine Park deklariert. Ankern ist hier streng verboten. Stattdessen sind Bojen ausgelegt, deren Benutzung mit dem Cruise Permit bereits bezahlt ist.

 

Natürlich gingen wir gleich Schnorcheln um einen ersten Vorgeschmack auf die Unterwasserwelt in den Virgins zu bekommen.

 

Die Marine Parks müssen nach Sonnenuntergang verlassen werden und so verlegten wir uns am Abend zurück in die Marina nach 'Spanish Town', wo wir über Nacht blieben. Wir kochten an Bord und nach dem Abendessen genehmigten wir uns noch Cocktails in der nur 20m vom Schiff gelegenen Bar.

Dienstag 6. März

Nach einem gemütlichen  Frühstück liefen wir gegen 10:00 Uhr aus. Es blies ein schöner Nordost-Passat mit 5 Windstärken. Das Wasser bei den anvisierten Schnorchel- und Tauchplätzen an den Südküsten der 'Dog Islands' war jedoch viel zu unruhig, um dort entspannt Tauchen. Baden oder Schnorcheln zu können.

 

So nutzten wir den guten Wind und segelten Kurs Nord aus dem 'Sir Francis Drake Channel' hinaus, um ausserhalb der Virgins im offenen Atlantik zu angeln. Aufgrund einer Fischvergiftung wurde dringend davon abgeraten Fische zu essen, die innerhalb der Inselgruppe gefangen wurden.

 

Nach über drei stündigem leider ergebnislosem Angeln von Jochen und Sam, kehrten wir wieder um und nahmen Kurs auf die große Nordbucht von 'Virgin Gorda'.

Gegen 15:00 Uhr liefen wir in den 'North Sound' ein. Im Westen der Bucht vor dem Inselchen 'Mosquito Island', 'Drakes Anchorage' genannt, fanden wir drei einsame Bojen, wo wir festmachten.

 

Wir erkundeten den Strand und schnorchelten noch ein wenig. Das große Riff an der Nordseite stellte sich allerdings als Felsenriff heraus, wo es nicht viel zu sehen gab.

 

Nach dem Kochen genossen wir noch einen gemütlichen Abend im Cockpit, der gegen 23:00 jedoch jäh unterbrochen wurde: Wir bemekten plötzlich, dass wir uns nur noch rund 50 Meter vom Strand entfernt befanden und festsaßen!

 

An der scharfkantigen Oberseite der Bojenöse hatte sich unser Festmacher durchgescheuert. Es war natürlich reichlich blöd, bei diesem Zustand der Boje keinen zweiten Festmacher zur Sicherung angebracht oder einfach nur den Anker prophylaktisch mit etwas Kette auf Grund ausgelegt zu haben. Doch das half jetzt nichts. Wir hatten den permanenten NO-Passat unterschätzt, der beständig mit 4 Beaufort blies. Die Arwen saß sauber in 1,7m tiefem Wasser auf ihrem Kiel im Sandgrund auf.

Wir starteten sofort den Versuch, wieder freizukommen. Mit der Maschine rührte sich die Arwen aber zunächst überhaupt nicht. So brachten wir unsere komplette Ankerkette zu der am nördlichsten gelegenen Boje aus und befestigten sie mit einem Festmacher. So sollte die Arwen durch zusätzlichen permanten Zug am Bug unterstützt werden, um mit jeder Welle und Motorunterstützung ein kleines Stückchen in Richtung freies und tiefereres Wasser voranzukommen. Zusätzlich nahmen wir die Dirk vom Baum ab. Wir verbanden Sie mit unserem zweiten langen Festmacher, den wir über die dem Schiff nächstliegende Boje zurück auf unsere Steuerbord-Vorschot-Winsch führten. Hierdurch konnten wir das Schiff ordentlich schräg legen, damit der Kiel zusätzlich vom Grund freikam.

Nach über zweistündiger Aktion hatten wir die Arwen zwar um gut 30 Grad gedreht, vorangekommen waren wir aber nur wenige Meter. Die Gezeiten sind in der Karibik zwar gering, ein Blick auf die Tidentafel im Garmin zeigte aber, dass wir uns bei fallender Tide befanden. Ab 6 Uhr würde das Wasser dann wieder steigen, bis gegen Mittag mit gut 20cm höherem Wasserstand und somit erheblich besseren Erfolgschancen freizukommen zu rechnen war. So markierten wir die horizontal zu den Bojen gespannten Festmacher und Ankerkette mit Fendern und gingen dann in die (deutlich schrägliegenden!) Kojen.

 

Etwa gegen 4:00 plötzlich befand sich die 'Arwen' nicht mehr in Schräglage und schaukelte auch im Wellengang! Wie konnte das sein? Sofort an Deck zeigte sich, dass unser Boot tatsächlich freigekommen war - sozusagen im Schlaf! Es musste wohl der Wind zugenommen haben, so dass der Wasserstand an der Westseite der Bucht angestiegen war. Dies hatte dann offensichtlich gereicht, damit das Schiff unter dem permanten Zug der Ankerkette nach und nach freigekommen war.

Sofort standen wir auf. Wir holten die Dirk nebst Festmacher ein, fuhren an die nördlichste der Bojen, wo unsere Ankerkette ja noch mit zwei Festmachern befestigt war und gingen dann völlig entspannt wieder schlafen.

Mittwoch 7. März

Beim Frühstück klärte ich dann auf, dass das Nachtmanöver eine in der Törnplanung extra eingeschobene Abenteueraktion war, damit es der Crew nicht zu langweilig werden würde.

 

Allerdings glaubte das niemand so recht - ich war wohl nicht überzeugend genug.

 

Gegen 10:00 Uhr verließen wir Drakes Anchorage. Nur wenig von 'Virgin Gorda' entfernt näherte sich ein Schlauchboot. Die abenteuerliche Dame umkreiste uns mehrfach, teils recht nah und machte sicher spektakuläre Aufnahmen von uns. Auf ihrem Boot war eine Internetadresse angegeben, wo man die Bilder dann wohl ansehen und bestellen konnte.

Wir steuerten zunächst wieder die Schnorchel- und Tauchplätze südlich der 'Dog Islands' an. Doch erneut war das Wasser einfach zu unruhig, um hier angenehm zu liegen, schnorcheln oder gar zu tauchen.

 

So entschieden wir uns, weiter bis 'Cooper Island' zu fahren, wo wir auf besseren Schutz vor dem Passat hofften.

 

Als wir gegen Mittag in die 'Manchioneel Bay' einliefen war es sehr voll hier. Da hatten andere wohl ähnliche Überlegungen angestellt. Nach einigem Suchen fanden wir aber noch eine freie Boje. Es war weiterhin sehr windig und da die lohnenden Riffbereiche weiter entfernt lagen, badeten wir nur etwas.

Am späten Nachmittag setzen wir dann auf den Strand über. Hier befindet sich eine kleine Hotelanlage mit Anleger für Dighys und Motorboote.

 

Nach einer ausgiebigen Strandwanderung besuchten wir zum Sonnenuntergang noch die Bar nahe am Strand, wo es noch Pain Killer und andere Leckereien gab.

 

Zurück an Bord, wurde gekocht. Obwohl Jochen (und meist auch Sam) bei praktisch jeder Gelegenheit die Angel (nun auch im Sir Francis Drake Channel, um Köderfische zu fangen) ausgeworfen hatten, fand sich weiterhin kein Fisch auf unserem Speiseplan.

Donnerstag 8. März

Gleich am Morgen liefen einige Yachten aus und so verlegten wir uns nach dem Frühstück an eine frei gewordene Boje im südlichen Bereich der 'Manchioneel Bay', wo sich ein schöner Tauch- und Schnorchel-Spot befindet.

 

 

 

Wir machten uns gleich darauf zum Tauchen und Schnorcheln bereit. Im Riff gab es viel zu entdecken - kleine bunte und große, zweibeinige Fische:

Nach einem langen Tag, an dem es wirklich viel zu sehen gab, besuchten wir am Abend noch einmal die gemütliche Bar am Strand um unseren Pain zu killen.

Freitag 9. März

Noch vor dem Frühstück verließen wir 'Cooper Island' und die 'Manchioneel Bay'. Unser Ziel war der Marine Park in der auf der Westseite der benachbarten Insel 'Salt Island' gelegene 'Lee Bay'.

 

Hier ist an dem vorgelagerten Riff im Jahr 1867 der britische Postdampfer 'Rhone' mit über 600 Menschen bei einem Hurrikan gesunken. Das Wrack ist noch gut erhalten und zählt zu den herausragenden Tauchplätzen in den Virgins.

 

Besonders beeindruckend sind die knapp 3m Durchmesser große Schraube und die Schraubenwelle. Sie liegen in nur 8m Tiefe und sind auch beim Schnorcheln sehr gut zu sehen:

Nach ausgiebigem Tauchen und Schnorcheln legten wir gegen 16:00 Uhr wieder ab und querten den 'Sir Francis Drake Channel' Kurs 'Tortola'. Die Überfahrt dauerte eine gute Stunde.

 

Auf 'Tortola' liefen wir die 'Nanny Cay Marina' an. Hier wollten wir unsere Tauchflaschen wieder füllen und natürlich auch die Wassertanks der 'Arwen'. Selbstverständlich nutzten wir auch die schönen Sanitäranlagen in der Marina ausgiebig.

 

Die (fischlose) Bordküche blieb heute kalt und wir besuchten das schöne Restaurant in der Marina mit großer Terrasse, wo wir einen leckeren Abend bei Goldbrasse und anderen guten Gerichten verbrachten.

Samstag 10. März

Nach dem noch einige Einkäufe und das Füllen der Tauchflaschen erledigt waren, legten wir gegen 11:30 ab.

 

Wir umfuhren' Totola' westlich und gingen dann auf nördlichen Kurs aus den BVI hinaus, damit unsere Angler wieder nach Kräften fischen konnten. Wir steuerten eine verheissungsvoll 'Kingfish Bank' bezeichnete Stelle 5 Seemeilen nördlich von 'Tortola' an. Dort kreuzten wir dann einige Zeit. Doch abermals wollte das geplante Abendessen nicht anbeissen.

 

Gegen 16:00 UIhr kehrten wir schließlich wieder um. Hier sehen wir Jochen etwas ratlos, nachdem nun schon fast alle Tricks ausprobiert waren.

In der 'Long Bay' vor der Ostküste der westlichsten der British Virgins 'Jost van Dyke' fanden wir eine Boje für die Nacht.

 

 

 

Von hier hatte man einen schönen Blick auf 'Sandy Spit'. Dieser östlich vorgelagerte Traum einer kleinen Palmeninsel war unser Ziel für den kommenden Tag und zählt zu den schönsten Punkten der Virgin Islands.

Sonntag 11. März

Noch vor dem Frühstück verlegten wir uns zu 'Sandy Spit' hinüber, bevor die wenigen Ankermöglichkeiten an diesem beliebten Ziel belegt waren. An dem zauberhaften Liegeplatz frühstückten wir dann.

 

Bald schon füllte es sich und wir schwammen zu dem Inselchen hinüber. Die Idylle ist perfekt man genießt herrliche Ausblicke auf das eigene Schiff und die Insel 'Jost van Dyke'.

 

Gegen 13:00 Uhr fuhren wir wieder in die 'Long Bay' zu 'Jost van Dyke' zurück, um in dem flachen Wasser dort zu schnorcheln. Hier gab es große Schwärme an Jungfischen. Das hatten auch eine Gruppe Pelikane bemerkt:

Am Spätnachmittag verlegten wir uns in die 'Garner Bay' am südöstlichen Ende von 'Jost van Dyke'. Hier gibt es einige Restaurants, die man uns zum Lobster-Essen empfohlen hatte.

 

Durch die Anker-Boje, an der wir festgemacht hatten, hatten wir (unbewusst) 'Harris Place' für den Abend gewählt. Ein Boot kam zu unserer Begrüßung und wir vereinbarten, um 19:30 zum Abendessen abgeholt zu werden.

 

Pünktlich kam unser 'Taxi' und brachte uns zu der absolut stilechten Karibik-Kneipe. Das Essen war vorzüglich und unsere Cocktails konnten wir uns sogar selbst (!!) mixen.

Montag 12. März

Wieder vor dem Frühstück verließen wir die 'Garner Bay'. Rund eine Seemeile südlich von 'Sandy Spit' liegt die deutlich größere aber immer noch kleine und ähnlich paradiesische Insel 'Sandy Cay'.

 

Während wir an unserem paradiesischen Liegplatz das Frühstück genossen, wurden die restlichen Liegemöglichkeiten schnell belegt. Nach dem Frühstück schwammen wir dann zu 'Sandy Cay' hinüber.

 

Auch hier findet man die perfekte Karibik-Idylle. Aus Natur- und Tierschutzgründen soll jedoch nur ein Teil des Strandes und ein kleiner Rundweg durch den Urwald betreten werden. Der Rundweh lohnt sich - man sieht (und hört) zahlreiche Vögel und massenhaft Einsiedlerkrebse.

Während wir die Insel erkundeten, hatte Jochen mit dem neuen Köder ('Harris Place' hatte uns Hühnerfleisch zum Angeln mitgegeben) endlich Angelerfolg und zog drei prächtige Snapper aus dem Wasser.

 

Gegen 13:00 holten wir unseren Anker wieder auf und nahmen Kurs auf 'Soper's Hole' an der der Südwestspitze von Tortola. Nach einer Stunde erreichten wir diesen ausgezeichnet geschützten Naturhafen und erledigten dringend benötigte Einkäufe.

 

Um 16:00 Uhr liefen wir wieder aus und steuerten die in den Virgins bekannteste Bucht 'The Bight' an der Nordseite von 'Norman Island' an.

Schon von weitem konnte man sehen, dass sich eine geradezu unglaubliche Zahl von Booten (weit über 100, das Bild zeigt nur die westliche Hälfte) in der Bucht befand. Da es auf die Schnelle keine Alternative gab, steuerten wir also auch in 'The Bight' hinein und fanden überraschenderweise sogar noch freie Bojen.

 

Nicht weit vom bekannten Restaurantschiff 'Willie T.' machten wir fest. Doch dank des Angelerfolgs vom Mittag gab es bei uns natürlich Fisch aus der Bordküche.

 

Wir verbrachten einen gemütlichen Abend und als wir spät in die Kojen krochen, lärmte es noch immer zwischendurch von der 'Willie T.' zu uns herüber.

Dienstag 13. März

Schnorcheln und Tauchen stand zunächst auf dem Tagesprogramm. Und da die wenigen Festmacherbojen bei den nahegelegenen vier Felsnadeln 'The Indians' sicher sehr begehrt waren, liefen wir schon um 7:30 Uhr aus.

 

 

Als zweites Boot machten wir fest und schon kurz nach uns war auch die dritte Boje belegt. Nach dem Festmachen gab es ein schönes Frühstück. Als die Lichtverhältnisse ab etwa 10:00 Uhr ausreichend waren, gingen wir auf Unterwasser-Exkursion. Um die Felsnadeln herum gab es eine aufregende Unterwasser-Landschaft zu entdecken mit wie immer bunten Korallenfischen und den allgegenwärtigen Barracudas:

Während wir anderen schnorchelten bzw. tauchten, angelte Jochen die meiste Zeit und fing auch zwei kleinere Fische, die ideal als Köder für größere Raubfische waren. Das passte gut, denn für den Nachmittag hatten wir eine längere Segeletappe eingeplant, damit Jochen und Sam noch einmal richtig ihr Glück beim Fischen versuchen konnten.

 

 

 

Nach dem Mittagessen legten wir ab und fuhren auf südlichem Kurs aus den Virgin Islands hinaus.

Doch so sehr sich unsere Angler auch mühten, blieb Ihnen der Erfolg auf einen kapitalen Fang versagt. Wie zum Hohn wurden beide Köderfische diesmal exakt hinter dem Haken abgebissen. Ganz offensichtlich sind die wenigen Fische (und ihre Zahl hat zweifelsfrei abgenommen, wir sahen nur wenige Seevögel während des ganzen Törns!) ziemlich clever - was ja auch nötig ist, um zu überleben.

 

Nach knapp 10 Seemeilen südlicher Fahrt kehrten wir wieder um. Als wir 'Norman Island' wieder erreichten, stellten wir fest, dass auch in der westlichen Bucht 'Privateer Bay' Bojen auslagen und so verbrachten wir die Nacht hier, anstatt wieder in die überfüllte 'The Bight' zurückzukehren. Vom Strand der 'Privateer Bay' konnte man noch schöne Stimmungsbilder von der Arwen an ihrem einsamen Liegeplatz machen.

Mittwoch 14. März

Und wieder standen wir früh auf und legten gegen 7:30 Uhr ab. Heute wollten wir bei 'Pelican Island', nur unweit von den 'Indians' gelegen, Schnorcheln und Tauchen. Doch die beiden Bojen waren wohl eher für Motorboote gedacht, denn sie lagen relativ dicht an einem Riff ca. 1m unter Wasser, so dass zu befürchten war, dass die 'Arwen' beim Schwojen den Felsen zu nahe kommen könnte.

 

 

 

So fuhren wir wieder zu den 'Indians' um hier nochmals die Karibik 'unter Wasser' zu genießen.