Dalmatien 21. bis 28. Oktober 2006

Wie schon so oft bestätigte sich auch dieses Mal wieder, dass man selbst Ende Oktober im Mittelmeer noch herrlich zum Saisonabschluss segeln kann. Wind und Wetter passten und wir erlebten einen schönen Törn in einem ebenfalls sehr schönen und abwechslungsreichen Revier mit schönen Buchten und malerischen kleinen Städtchen.
Im Verlaufe des Törns besuchten wir die Inseln 'Sv. Klement', 'Hvar', 'Brac', 'Solta' und die Halbinsel 'Ciovo':
Samstag 21. Oktober

Gegen Mitternacht fuhren Doro, Herbert und Jürgen mit dem PKW in Pforzheim los und wir erreichten unseren Ausgangshafen 'Kastel Gomilica' nahe Split am frühen Nachmittag. Dort trafen wir mit Barbara, Roland, Sam und Simona zusammen, die geflogen, bzw. schon vor einer Woche mit dem Auto nach Kroatien gefahren waren.
Für unsere Crew hatten wir die Bavaria 44 'Alma II' bei 'Tira Yachting' gechartert. Die Übergabe erfolgte freundlich, schnell und unkompliziert. Dennoch waren wir mit Einkaufen und Einräumen bis gegen 17:00 beschäftigt, da insbesondere das Verstauen diverser Rollen (ähem!) Toilettenpapier doch einige Zeit in Anspruch nahm. Herbert hatte Tagesbedarf verstanden, wo Wochenbedarf gemeint war (grins). So liefen wir kurz vor Dämmerungsbeginn nicht mehr aus. Stattdessen wurden ausgiebig gekocht, um uns nach den Entbehrungen der langen Anreise wieder zu stärken.
Sonntag 22. Oktober

Nach der üblichen Einweisung legten wir am späten Vormittag ab und fuhren bei leichtem Wind 3-4 bft und zeitweise recht sonnigem Himmel auf unserer ersten Etappe Kurs Süd. Nach knapp 30sm erreichten wir die schöne Bucht 'Palmizana' an der Nordseite der Insel 'Sv. Klement'.
Hier befindet sich eine kleine Marina und mit kurzem Fussweg erreichbar hat man die Auswahl zwischen zwei Restaurants in der gegenüberliegenden Bucht an der Südseite der Insel. Wir wählten das Restaurant 'Vinogradisce' mit schönem Gartenbereich, wo man uns exzellent zubereitete fangfrische Teufelsfische servierte:
Montag 23. Oktober

Wir umrundeten Sv. Klement an der Südseite. Bei vielfach sonnigem Wetter und optimalem Südost-Wind 4 bft fuhren wir zahlreiche Manöver der Segelscheinausbildung unter Segel. Barbara und Sam hatten ihre Scheine kürzlich erworben und wollten ihre Fähigkeiten vertiefen.
Obwohl das 'Fernsehen' immer dabei ist, hindert das einzelne Crewmitglieder nicht daran, hemmungslos dem Alkohol zu fröhnen.
Am Abend erreichten wir Starigrad auf der Insel Hvar, wo wir wieder lecker in der Bordküche kochten.
Dienstag 24. Oktober

Morgens besichtigten wir den schönen Ort und erledigten unverzichtbare Einkäufe. Manche können jetzt wieder hemmungslos... dann gab es noch ein Kaffee in dem Cafe, das sich unmittelbar bei unserem Liegeplatz befand:
Als wir kurz nach Mittag ablegten, zog es zu und der Wind wurde stärker. Im Kanal zwischen 'Hvar' und 'Brac' kreuzten wir dann gut 2 Stunden gegen permanent 6-7 bft Ostwind. Da wir bei Tageslicht keinen Hafen oder eine gegen starken Ostwind gut schützende Bucht mehr erreichen konnten, wurde die ursprünglich um die Ostseite von 'Brac' geplante Törnführung modifiziert und wir nahmen Kurs West und liefen stattdessen 'Milna' an der Westseite von 'Brac' an. Abends wurde dann wieder ausgiebig gekocht.
Mittwoch 25. Oktober

In der Nacht zog das Tief durch und der Wind flaute wieder ab. Nach einigen Einkäufen und einer Besichtigung der näheren Umgebung von 'Milna', legten wir ab und steuerten bei schwachen Winden und sonnigem Wetter die Bucht 'Necujam' an der Nordseite der westlich gelegenen Insel 'Solta' an.
Erst einmal gab es einen gemütlichen Kaffee für ALLE... Insbesondere 'Urmel' würde später beim Video des Törns noch eine tragende Rolle spielen. Dann wurde die Bucht schwimmend und mit dem Dinghy erkundet. Als wir alle wieder an Bord waren, schwamm plötzlich eine gut 30cm Durchmesser große 'Spiegelei-Qualle' vorbei. Wegen ihres beeindruckenden Aussehens vermuteten wir eine Qualle von höchster Giftigkeit und allen verging die Lust, eventuell noch einmal Schwimmen zu gehen. Doch trotz ihres auffälligen Aussehens ist diese Quallenart aber völlig harmlos und kommt besonders in Kroatien wohl häufiger vor.
Donnerstag 26. Oktober

Nach einer ruhigen Ankernacht liefen wir vormittags bei sehr schwachem Wind in Richtung Westküste von 'Solta' aus. In der sehr schönen Bucht 'Sesula' fanden wir einen schönen Ankerplatz inmitten der dort liegenden Fischerboote. Da keine Quallen zu sehen waren, wagten wir ein Bad in der schönen Bucht.
Gegen Nachmittag liefen wir dann Richtung Trogir aus und fuhren bei schönem Westwind 4 Bft noch einige Segelmanöver. Am Abend wurde nochmals gekocht und anschließend besichtigten wir die wirklich sehenswerte Altstadt von Trogir:
Freitag 27. Oktober

Ein Herbert und Simona machten noch einmal einen ausgiebigen Stadtbummel, während die restliche Crew allesamt Besitzer eines Segelscheins die idealen Bedingungen in der Marina Trogir nutzen, um Anlegemanöver zu üben.
Kurz nach Mittag starteten wir dann wieder zurück zu unserem Heimathafen. Bei idealen 4-5 Bft wurde auch diese Etappe noch ein wenig ausgedehnt und wir erreichten die Marina Kastela gegen 17:00 Uhr. Nach einem ausgiebigem Anlegeschluck mussten wir mit dem Packen beginnen.
Abends fuhren wir noch nach Split und besuchten die fantastische Altstadt. Der riesige und völlig in die Stadt integrierte Palast des römischen Kaisers Diokletian ist Weltkultur- Erbe und unbedingt einen Besuch wert. Inmitten dieser einmaligen Kulisse fanden wir ein schönes Restaurant für ein gemütliches Abschluss-Essen.
Samstag 28. Oktober

Auch der Aus-Check ging unkompliziert und schnell über die Bühne und wir machten uns nach unserem Törn über insgesamt 152 Seemeilen wieder auf die Rückreise: Sam, Doro, Barbara, Roland, Jürgen, Herbert und Simona.