Bei erneut fast durchweg schönem Wetter legten wir auf dem Weg von 'Athen' nach 'Kos' insgesamt 407 Seemeilen zurück. Dabei erlebten wir das ganze Wind-Spektrum mit Überfahrten unter Maschine fast ohne Wind bis hin zu unserem Schlag von 'Mykonos' nach 'Donousa', den wir bei zeitweise konstant 9 Windstärken mit Spitzen bis knapp an 10 Bft bewältigten. Bei diesem Kykladen-Törn hatten wir also noch einmal deutlich heftigeren Wind als bei unserem ersten Ägäis-Törn 2001. Erstmals hatten wir auch einen Crew-Wechsel: Zu Törnmitte in 'Mykonos' verließen uns Roland und Wolfgang, deren Plätze dann Conny und Herbert für die zweite Woche einnahmen.
Samstag 4. Oktober
Frühes Aufstehen war angesagt, schon um 6:05 startete unser Flug von 'Stuttgart' nach 'Athen'. Der Flug verlief planmäßig und wir landeten 10:15 Ortszeit (1 Stunde Zeitverschiebung) in 'Athen'. Von dort fuhren wir wie schon 2001 mit dem Expressbus E96, der direkt an der 'Marina Alimos' (Kalamaki) hält, wo wir um 11:30 eintrafen. Unsere 'Iole' (eine nur ein halbes Jahr junge Sun-Odyssey 49i von 'Athenian Yachts') befand sich in einem vorzüglichen Zustand und verfügte über eine hervorragende Ausstattung. Neben anderem Luxus war das Highlight eine hydraulische Gangway! Die 49i ist ein sehr gelungenes Schiff, wenngleich die beiden vorderen Kabinen trotz der Größe des Schiffes etwas knapp für zwei Erwachsene ausfallen. Aber es gibt dennoch üppig Platz für 8 Personen, schließlich verfügt jede Kabine ja über ein eigenes Bad.
Um 14 Uhr konnten wir mit dem Eincheck beginnen. Übernahme und Einräumen gingen schnell voran und so konnten wir schon um 16:30 auslaufen. Doch wie schon beim letzten Ägäis-Törn reichte es wieder nicht bis zum 'Kap Sunion', wo wir den Sonnenuntergang am 'Poseidon-Tempel' erleben wollten. Bei bereits einsetzender Dämmerung fuhren wir deshalb wieder in die westlich liegende Bucht 'Ormos Anavisou' und ankerten dort. Leider stand etwas Südschwell in die Bucht und die erste Nacht wurde so ein wenig unruhig.
Sonntag 5. Oktober
Heute hatten wir gleich eine ordentliche Etappe geplant: Bei optimalen Bedingungen könnten wir bis nach 'Milos' durchsegeln. So standen wir früh auf und nach ausgiebigem Frühstück lichteten wir kurz vor 9 Uhr den Anker. Ideale Winde 4 bis 5 Beaufort aus West ließen uns gut vorankommen. Gegen Mittag wurde der Wind für 2 Stunden sogar noch kräftiger.
Und tatsächlich schafften wir das ehrgeizige Ziel. Bei Sonnenuntergang liefen wir in die große Bucht von 'Milos' ein und machten Punkt 19 Uhr nach 70,4 Seemeilen am Kai von 'Adamas' fest. Kochen wollte aus verständlichen Gründen niemand mehr, und so suchten wir uns bald nach dem wohlverdienten Anlegeschluck ein gemütliches Restaurant im Ort.