Cuba 21. März bis 8. April 2010


Unser Törn in dem traumhaften Revier des erst seit 13 Jahren für den Charter-Tourismus erschlossenen Archipelago de la Canarreos im Südwesten Cubas war aus mehreren Gründen besonders bemerkenswert: Zum ersten Mal segelten wir einen Katamaran und ebenfalls zum ersten Mal hatten wir komplette Tauchausrüstungen an Bord.


Bei Platten Sailing hatten wir die 'Domino', einen Katamaran Lavezzi 40 gechartert. Die Basis des Cuba-Charter-Pioniers Adolf Platten befindet sich in Cienfuegos ungefähr in der geografischen Mitte der Insel. Von dort ging unser Törn westwärts, zunächst nach Cayo Largo. Bis hier gibt es noch sichtbaren Tourismus. Fährt man dann aber weiter westlich am Riff entlang bis zur Isola de la Juventud, ist man inmitten traumhafter Landschaften praktisch völlig für sich alleine. Das macht Cuba auch heute noch zu einem ganz aussergewöhnlichen Segelrevier.
Samstag 20. März

Unsere Crew reiste unterschiedlich an: Brigitta und MartinH sind Schweizer und flogen ab Zürich, wobei MartinH schon drei Tage vor uns anderen nach Cuba geflogen war, um einen dort lebenden alten Freund zu besuchen. Conny, Doro, Jürgen und MartinK flogen ab Stuttgart. Wir hatten sehr früh startende Flüge und trafen uns dann mit Brigitta am Vormittag auf dem Flughafen Charles de Gaulles in Paris. Um 13:35 flogen wir dann gemeinsam mit Air France nach Havanna.
Der Flug startete planmäßig und wir landeten 18:40 Ortszeit in Havanna. Das Klima empfanden wir überraschenderweise gar nicht so extrem schwül und warm, obwohl wir doch gerade aus dem kalten Europa gekommen waren. Die Zollformalitäten waren erfreulich schnell erledigt. Dann wechselten wir noch Geld in die Touristenwährung Peso Convertible und suchten unseren Chauffeur. Der Transfer nach Cienfuegos war von der Basis schon organisiert und so waren wir nur eineinhalb Stunden nach der Landung schon auf der Fahrt ins 250km entfernte Cienfuegos.
Um 23:00 erreichten wir die Basis. Dort trafen wir auch mit MartinH zusammen. Da die Domino erst am kommenden Morgen eintreffen sollte, hatte man uns ein anderes gerade freies Schiff für die Übernachtung vorbereitet. Nachdem wir unser Gepäck verstaut hatten, unternahmen wir noch einen Spaziergang. Unweit der Marina befindet sich der Club Cienfuegos, ein imposantes Kolonialgebäude, aus dem laute Musik (es war ja Samstag Abend) zu hören war. Wir besuchten den Club und nahmen noch einen Willkommens-Drink.
Schon hier wurden die krassen Gegensätze deutlich, die einem auf Cuba ständig begegnen. Während der Großteil der Bevölkerung in (teils extrem) ärmlichen Verhältnissen lebt, gibt es auch im real existierenden Sozialismus Eliten, die sich ein Vielfaches ihrer Mitmenschen leisten können. Ein einfacher Drink hier kostete den halben Wochenlohn eines cubanischen Arztes!

Sonntag 21. März


Da die kleine Bar in der Marina-Anlage morgens noch geschlossen hatte, suchten wir ausserhalb nach einer Frühstücksgelegenheit. Dies erwies sich als überhaupt nicht trivial, da es ausser den wenigen Einrichtungen für Touristen auf Cuba kaum Gastronomie für die Bevölkerung gibt.
Nach etwas Suchen fanden wir aber so eine Art Imbiss, wo wir einen Kaffee und abgepacktes Gebäck bekamen. So hatten wir zumindest mal etwas gegessen.
Früh am Morgen war auch die Domino eingetroffen. Im Verlaufe des Vormittags wurde sie für uns vorbereitet.
In der Zwischenzeit erledigten wir den Provianteinkauf. Die möglichst vollständige Versorgung gleich hier in Cienfuegos ist besonders wichtig, da man ausser auf Cayo Largo und Juventud, keine Lebensmittel mehr nachkaufen kann.
Auf dem Marinagelände gibt es einen kleinen Laden, der das Notwendigste anbietet. Die Auswahl in Cuba ist natürlich spärlich und man muss nehmen, was es eben gerade gibt.
Auch in Cienfuegos selbst war ausser einer guten Auswahl an Obst und Gemüse ansonsten kaum mehr zu bekommen. Milch gab es zum Beispiel gerade überhaupt nicht und so mussten wir eben Milchpulver kaufen. Bis zum Spätnachmittag hatten wir die Domino übernommen, die Einkäufe erledigt und uns eingerichtet.
Klasse das große Platzangebot auf einem Katamaran. Jetzt waren wir gespannt, wie er sich fährt und segelt.

Um 18:30 legten wir zur Nachtfahrt zur 80sm westlich gelegenen Insel Cayo Largo ab. Doch gerade als wir die Bucht von Cienfuegos verlassen wollten, bemerkten wir, dass Doro und Jürgen zwar ihre Taucherausrüstung an Bord, wir aber vergessen hatten, Brille, Flossen und Schnorchel für alle anderen bei der Basis auszuleihen. So kehrten wir noch einmal um.

Um 20:00 Uhr legten wir schließlich endgültig zur Überfahrt nach Cayo Largo ab. Wir teilten drei Wachschichten für die Überfahrt ein und fuhren bei schwachem Wind unter Maschine in die Nacht. Bald sahen wir nur noch den Leuchtturm an der Einfahrt zur Bahia von Cienfuegos hinter uns, der schwächer und schwächer wurde.

Montag 22. März

Ab 1:30 Uhr kam dann der Leuchtturm von Cayo Guano del Este in südwestlicher Richtung in Sicht. Er steht an der Riffkante und zeigt den Beginn des gut 50sm langen Riffes Archipelago de la Canarreos an. Hier steigt auf kurzer Strecke der Meeresboden von über 2000m Tiefe auf nur noch 5m Wassertiefe an und es beginnt das rund 50 x 100km große Flachwassergebiet des Golfes von Batabano, das sich zwischen der Südküste Cubas und dem Riff erstreckt. Das Wasser wird hier nirgendwo tiefer als 8m. Viele Bereiche sind wesentlich flacher und viele Bereiche können mit Booten gar nicht befahren werden. Wegen des überwiegend aus weißem Korallensand bestehenden Meeresbodens hat das Wasser bei Sonnenschein kilometerweit die typische herrlich türkisblaue Farbe.
Um 5:00 kam plötzlich ein Gewitter auf. Wind und Dünung kamen unmittelbar von vorne und wir änderten den Kurs auf Nordwest. Nach eineinhalb Stunden hatten wir dann das stabil liegende Gewitter endlich durchquert. Dabei waren wir jetzt näher an Cayo Largo herangekommen, als eigentlich vorgesehen und entschieden uns spontan, hier zu ankern und gemütlich zu frühstücken. Es regnete zwar noch etwas, dennoch wollten wir nach dem Frühstück alle baden und schnorcheln. Und gleich entdeckten wir den ersten Lobster, das ließ ja einiges erwarten ...
Gegen Mittag klarte es wieder auf. Nach einem Snack lichteten wir um 14:00 Uhr den Anker und fuhren weiter zur Westseite von Cayo Largo. Hier befinden sich der kleine Inselflugplatz, ein paar Hotels und die Marina. Ansonsten ist Cayo Largo unbesiedelt.
Nach Durchfahrt der gut betonnten, da nicht ungefährlichen Passage zur Marina, machten wir um 17:30 fest. Wir waren etwas überrascht, dass doch gut 20 Katamarane und Yachten hier lagen.
Wie in Cuba in jedem Hafen nötig, klarierten wir gleich ein. Die Sicherheitsbeamten waren sehr freundlich und die Prozedur schnell erledigt. Danach besichtigten wir die Insel ein wenig. In Marinanähe gab es eine Bank, einen kleinen Laden und ein Restaurant. Bei Sonnenuntergang setzten wir uns in die Marina-Bar und beschlossen den Tag stilecht bei Cuba Libre, Mojito und Daiquiri.

Dienstag 23. März

Als wir am Morgen den Laden besuchten, gab es zu unserem größten Erstaunen H-Milch. Außerdem bekamen wir hier die schon schwer vermissten Müllbeutel. Gleich nach dem Frühstück liefen wir bei strahlend blauem Himmel zum nahegelegenen Arrecife de los Ballenatos aus, um dort zu schnorcheln.


Fortsetzung in Arbeit ...