Korsika 10. bis 17. Oktober 2015


Schon lange auf dem Plan hatten wir Korsika, das wir bei unserem Sardinien-Törn 2006 ja schon einmal kurz angelaufen hatten. Nun wollten wir das Revier um die wildromantische Südküste Kosikas näher kennen lernen:



Bei 'Dream Yacht Charter' hatten wir eine 1 Jahr junge Dufour 410 gechartert. Wir starteten tief im Südwesten Korsikas in 'Propriano', liefen natürlich das atemberaubend gelegene 'Bonifacio' an der Südspitze an und erreichten als fernsten Punkt den 'Golfe de Rondinara' im Südosten der Insel:
Samstag 10. Oktober
Marina Propriano - Baie de Campomoro 5sm

Den Süden von Korsika kann man aus dem Südwesten Deutschlands bequem mit einem Direktflug ab Straßburg erreichen. Und so landeten wir schon kurz nach 8 Uhr morgens auf dem kleinen Regionalflughafen von 'Figari'. Für die knapp 60 km lange Strecke nach 'Propriano' mieteten wir uns einen Renault Kangoo, der unsere 5köpfige Crew samt Segelgepäck gut zur Basis brachte. So früh angekommen, konnten wir in einem Hafenbistro noch ein gemütliches Frühstück nachholen, bevor wir die Schiffsübernahme beginnen und die Einkäufe erledigen konnten.
Um 17 Uhr war alles komplett und wir liefen zur nahegelegenen Bucht von 'Campomoro' aus. Diese erreichten wir gegen 18 Uhr und warfen Anker in der schönen Bucht und genossen einen gemütlichen Abend an Bord.
Sonntag 11. Oktober
Baie de Campomoro - Baie de Roccapina

Am Vormittag badeten wir und setzen an Land über, um den Anstieg zum 'Tour de Campomoro' zu erklimmen. Von hier hatte man eine herrliche Aussicht auf unseren Ankerplatz und die gesamte 'Baie de Propriano'. Im Laufe des Vormittags waren einige Boote in die kleine Bucht eingelaufen und leisteten der Nosaurito nun Gesellschaft:
Um 14 Uhr lichteten wir unseren Anker, fuhren aus der 'Baie de Propriano' und nahmen Kurs auf die kleine Bucht 'Roccapina'. Bei schönem Segelwind erreichten wir knapp 4 Stunden später nach 18 Seemeilen unser Ziel warfen den Anker in dieser zauberhaften Bucht.

Montag 12. Oktober
Baie de Roccapina - Bonifacio 13sm

Auch hier badeten wir gleich nach dem Frühstück, setzten dann mit dem Dinghy an Land über und stiegen die gut 100 Höhenmeter zum 'Tour de Roccapina' auf, von dem aus man eine noch fantastischere Sicht auf die Umgebung hat als vom 'Tour de Campomoro' tags zuvor. Man konnte an der Südwestküste Korsikas bis zum 'Cap de Feno' sehen, hinter dem sich dann 'Bonifacio' befindet.
Kurz nach 13 Uhr brachen wir Richtung 'Bonifacio' auf. Leider war der Wind unter 10 Knoten, so dass wir keine Segel setzten. Eindrucksvoll war dann wieder die imposante Einfahrt durch die Kalkfelsen von Bonifacio. Bei hereinbrechender Nacht steigen wir zur Altstadt auf, die bei Dunkelheit in ein unwirkliches violettes LED-Licht getaucht war. Wir wählten das Restaurant 'Le Petit Palais' und das Essen war sehr gut.

Dienstag 13. Oktober
Bonifacio - Rondinara 14sm

Nach dem Frühstück setzten wir unseren Altstadtbummel vom Vorabend fort. Dabei stiegen wir auch die eindrucksvolle 'Escalier du Roy d'Aragon' hinab, eine steile Treppe, die durch die Kalkfelsen der südlichen Steilküste von der Altstadt bis zum Meer hinab geschlagen wurde. Auf Meereshöhe angekommen, führt ein rund 200 Meter langer Weg bis zur 'Grotte du Puis'. Nach riesigen leckeren Eisbechern legten wir am frühen Nachmittag wieder ab. Wir fuhren zunächst dicht an den Kalkfelsen entlang, um die 'Escalier du Roy d'Aragon' von See aus zu bestaunen. Nur wenig später sichteten wir einige Delphine. Kurz vor der Rondinare liefen wir dann durch ein Seegebiet, in dem Marineübungen stattfanden.
Die 'Rondinara' ist tasächlich eine ziemliche 'runde' Bucht mit einer verhältnismäßig schmaklen Durchfahrt, so dass sie einen guten Schutz bietet. Wir kochten und mitten beim Abnedessen im Cockpit beganne s zu regnen, so dass wir usn in den Salon verzogen.
Der 'Golfe de Rondinara' ist tasächlich eine ziemliche 'runde' Bucht mit einer verhältnismäßig schmalen Durchfahrt, so dass sie einen guten Schutz bietet. Wir kochten und mitten beim Abendessen im Cockpit begann es zu regnen, so dass wir uns in den Salon zurückzogen.

Mittwoch 14. Oktober
Rondinara - Pianottoli-Caldarelle 21sm

Der Regen hielt die ganze Nacht an und auch noch den Morgen. Erst um 11 Uhr hörte es dann endlich auf. Wir lichteten unseren Anker und fuhren wieder zurück Richtung Westen. Jochen angelte wieder unverdrossen - leider ohne Erfolg. Vorbei an Bonifacio machten wir bei 'Fazzio' Mittagspause, ein hübscher Ankerplatz hinter einem großen Felsen. Hier wenden die Ausfugsboote, die von Bonifacio kommend, Touristen die korsische Südküste zeigen.
Danach setzten wir unsere Fahrt nach 'Pianottoli-Caldarelle' fort. Der Wind nahm nun deutlich zu, kam aber praktisch frontal, so dass wir weiter unter Motor fuhren. Das Wetter hielt so weit, da es aber kühl war, blieben wir im Ölzeug. In 'Pianottoli' hatten wir viel Platz, als wir am äußeren Anleger festmachten. Zum Abendessen gingen wir ins nahegelegene Hotel 'U Libeciu'.

Donnerstag 15. Oktober
Pianottoli-Caldarelle - Roccapina 33sm

Das Wetter hatte wieder aufgeklart aber der Wind deutlich zugenommen. Die Zwei im Bild links wollten wohl gerne mitkommen werden. Zumindest machten Sie Anstalten, aber die hohe Badeplattform war ihnen wohl nicht geheuer. So mussten sie dableiben und wir legten ab. In Pianottolli liegt man gut gegen Westen geschützt, aber schon kurz nach dem Auslaufen konnte man den Seegang außerhalb der Bucht an den Brechern an vorgelagerten Felsen erkennen. Als wir die Bucht verließen, erreicht der Wind schnell 6 bft und wenig später 7 bft, herrliche Bedingungen zum Segeln. Beim Kreuzen gegen Nordwest kamen wir aber natürlich nur langsam voran, so dass wir nach 2 Stunden Segelspaß auf die Maschine wechseln mussten.
Der Seegang nahm permanent zu und forderte erste mageninhaltsrettende Maßnahmen. Als wir die Roccapina passierten, erreichten die Wellen 2m. Um 17 Uhr fuhren wir in die Bucht von ´Tizzano' ein, wo wir eigentlich übernachten wollten. Die Bucht war jedoch bereits ziemlich voll und es waren nur noch ausgesprochen unruhige Ankerplätze frei. So entschieden wir uns, wieder zur Roccapina zurück abzulaufen, wo dann um 18:30 unser Anker fiel. So schön die 'Roccapina' landschaftlich ist, aber der Grund hält nicht gut.
Nach dem Kochen genossen wir noch den Abend und just, als wir über Nachtwache nachdachten, eben wegen des unsicheren Ankergrundes, frischte der Wind derart in der Bucht auf, dass unser Anker slippte. Mehrere Versuche, erneut sicheren Halt zu finden, scheiterten. Es ist auch nicht ganz ohne, bei absoluter Dunkelheit in der 'Roccapina' nur nach GPS bei kräftigem Wind zu manövrieren, denn der freie Seeraum ist doch begrenzt und mehrere Felsengruppen können gefährlich werden, das Schiff zu beschädigen oder aufzusitzen.

Freitag 16. Oktober
Roccapina - Propriano 27sm

So liefen wir um 3:30 schließlich aus und nahmen Kurs auf 'Propriano' was am Vormittag sowieso hätte erfolgen müssen. Jetzt konnten wir in Wechselschichten schlafen. Die Front war zwar durch und der Wind ließ nun nach, aber noch 3 Stunden Dunkelheit in der 'Roccapina' unter Maschine die Position zu halten, wäre anstrengedner gewesen und so kamen wir wenigstens voran. Kurz bevor wir unseren westlichsten Punkt erreichten, ging die Sonne auf und ein herrlicher letzter Tag begann. Da die halbe Crew schlief, setzten wir keine Segel mehr, obwohl die letzten 5 Seemeilen ein schöner Vorwindkurs war. Wir tankten gleich und machten schließlich um 12 Uhr am Heimatliegeplatz der 'Nosaurito' fest:
Nach dem wir das Frühstück nachgeholt hatten, war noch viel Zeit zum Packen, für die Schiffsübergabe und einen ausgedehnten Stadtbummel. Am Abend besuchten wir das Restaurant 'U Corsu' in Hafennähe für ein leckeres Abschlussessen: Jochen, Wolfgang, Doro, Jürgen und Conny.

Samstag 17. Oktober
Propriano - Straßburg

Mit unserem Mietwagen, der die Woche über in 'Propriano' geparkt war, fuhren wir wieder zum Flughafen nach 'Figari' und machten unterwegs noch einmal an einem Punkt Halt, von dem aus man einen schönen Blick auf die 'Roccapina' hat.