Der Seegang nahm permanent zu und forderte erste mageninhaltsrettende Maßnahmen. Als wir die Roccapina passierten, erreichten die Wellen 2m. Um 17 Uhr fuhren wir in die Bucht von ´Tizzano' ein, wo wir eigentlich übernachten wollten. Die Bucht war jedoch bereits ziemlich voll und es waren nur noch ausgesprochen unruhige Ankerplätze frei. So entschieden wir uns, wieder zur Roccapina zurück abzulaufen, wo dann um 18:30 unser Anker fiel. So schön die 'Roccapina' landschaftlich ist, aber der Grund hält nicht gut.
Nach dem Kochen genossen wir noch den Abend und just, als wir über Nachtwache nachdachten, eben wegen des unsicheren Ankergrundes, frischte der Wind derart in der Bucht auf, dass unser Anker slippte. Mehrere Versuche, erneut sicheren Halt zu finden, scheiterten. Es ist auch nicht ganz ohne, bei absoluter Dunkelheit in der 'Roccapina' nur nach GPS bei kräftigem Wind zu manövrieren, denn der freie Seeraum ist doch begrenzt und mehrere Felsengruppen können gefährlich werden, das Schiff zu beschädigen oder aufzusitzen.
Freitag 16. Oktober
Roccapina - Propriano 27sm
So liefen wir um 3:30 schließlich aus und nahmen Kurs auf 'Propriano' was am Vormittag sowieso hätte erfolgen müssen. Jetzt konnten wir in Wechselschichten schlafen. Die Front war zwar durch und der Wind ließ nun nach, aber noch 3 Stunden Dunkelheit in der 'Roccapina' unter Maschine die Position zu halten, wäre anstrengedner gewesen und so kamen wir wenigstens voran. Kurz bevor wir unseren westlichsten Punkt erreichten, ging die Sonne auf und ein herrlicher letzter Tag begann. Da die halbe Crew schlief, setzten wir keine Segel mehr, obwohl die letzten 5 Seemeilen ein schöner Vorwindkurs war. Wir tankten gleich und machten schließlich um 12 Uhr am Heimatliegeplatz der 'Nosaurito' fest: