Am Nachmittag versuchten wir bei den Riffen unweit der 'Gaillac' zu tauchen, allerdings erwies sich eine starke Strömung infolge der wechselnden Tide als sehr hinderlich. Der Versuch uns mit dem Dinghy in ruhigere Bereich zu schleppen blieb erfolglos, weil das Dinghy für zwei Taucher beidseitig außen hängend zu viel Widerstand darstellte für den es zu schwach motorisiert war. So beschränkten wir usn auf einen kurzen Tauchgang in Bootsnähe und konnten wenigstens einmal Bilder der allgewärtigen halbmeterlangen Kleinhaie schießen, die sich an jedem Ankerplatz bei der 'Gaillac' einfanden. Wir genossen den restlichen Tag den traumhaften Ankerplatz. Auch Jochen hatte wieder Angelerfolg und bereicherte das Abendessen mit frischen gebratenen Fischfilets.
Mittwoch 13. September
Noch vor dem Frühstück brachen wir zur langen Etappe zur 'Ile des Pins' auf. Rund 5 Seemeilen östlich der 'Ilot Mato' beginnt ein rund 20 Seemeilen tiefer trichterförmiger Einschnitt des Pazifik in die Lagune von Neukaledonien (siehe auch Törnkarte). Der Übergang von der Lagune zum offenen Pazifik findet hier allerdings nicht abrupt, wie sonst bei einem Pass üblich, statt, sondern die Wassertiefe steigt einfach ganz langsam an. Durch die Länge des Trichters hat sich an der Übergangszone die hohe Dünung des Pazifik schon abgebaut, so dass man hier nicht die üblichen Effekte einer Passdurchfahrt erleben kann. Diese Route stellte zwar einen Umweg zur 'Ile des Pins' dar, wir wählten sie aber gezielt, da in diesem Bereich eine hohe Chance bestehen sollte, Buckelwale sehen zu können. Wir hielten auch stundenlang reihum Ausschau, Buckel bekam allerdings nur wir vom starren Blick auf die Wasseroberfläche. Wale bekamen wir keine zu sehen.
Nach gut 8 Stunden Fahrt erreichten wir die 'Ile des Pins' und steuerten dort die 'Baie de Kuto' an. Der größte Teil der 'Ile des Pins' ist als Naturschutzgebiet gesperrt und kann deshalb nicht angelaufen werden. Eine halbe Seemeile außerhalb der 'Baie de Kuto' ankerte ein australisches Kreuzfahrschiff, denn in der Bucht befindet sich auch der Anlegesteg für die Tender der Kreuzfahrer. Um 15:30 fiel unser Anker und wir hatten uns nach der langen Überfahrt unser Ankerbier redlich verdient. Wir teilten den wunderschönen Ankerplatz mit etwa einer Handvoll Yachten. Die Bucht selbst besitzt einen riesigen traumhaften Sandstrand, und der ist praktisch leer. Ein Traum.