Neukaledonien 4. bis 23. September 2017

Ein traumhaftes Segelrevier stellt Neukaledonien dar. Dies ist die erste Inselgruppe östlich von Australien und - ausgenommen von wenigen Franzosen - vom Tourismus kaum berührt. Hier beginnt sozusagen die Südsee. Wir erlebten auf unserem Törn jede Menge Abgeschiedenheit in der traumhaften Lagune der Hauptinsel. Erhebliche Bereiche waren (und sind bis heute) nicht kartografiert und man muss entsprechend sorgfältig navigieren, wenn man die kartierten Bereiche verlässt, um zu den Kleidoden zu gelangen. Nach Cuba 2010 haben wir erstmals wieder einen Katamaran gechartert, weil es in den vielen flachen Zonen in der Lagune die Bewegungsfreiheit doch erheblich erweitert und das größere Platzangebot die geringen Segelfähigkeiten eines Katamarans ausgleicht. Erstmals war auch eine Drohne mit im Fotogepäck und bot uns ganz neue Blickwinkel von oben, wie hier auf die unbewohnte Insel 'Ndo' mit unserer 'Gaillac' an diesem einzigartigen Ankerplatz. Da uns die Flüge über Tokio führten, legten wir beim Rückflug noch einen dreitägigen Zwischenstop ein, um bei dieser Gelegenheit 'Tokio' noch ein wenig kennenzulernen:


Montag 4. und Dienstag 5. September

Unsere lange Anreise begann zunächst in 'Frankfurt', von wo aus wir um 7:25 Uhr starteten und in 1,5 Stunden nach 'Paris' flogen. Dort hatten wir knapp 4 Std. Aufenthalt, bevor der knapp 12stündige Weiterflug nach 'Tokio' startete. Nach weiteren rund 4 Stunden Wartezeit kam die letzte nochmals 8stündige Flugetappe von 'Tokio' nach 'Noumea', die Hauptstadt von 'Neukaledonien'. So kamen wir schließlich Dienstag Abend 22 Uhr Ortszeit auf 'Neukaledonien' an. Wir hatten einen großen Van vorbestellt. Der war jedoch nicht verfügbar und wir erhielten stattdessen zwei PKW, in die wir samt Gepäck mit Mühe hineinpassten, um nach 'Noumea' weiterfuhren. Im 'Hotel le Paris' waren die Zimmer für unsere erste Übernachtung gebucht.
Mittwoch 6. September

Gleich nach dem Frühstück fuhren wir zur Marina im 'Port de la Moselle', wo sich die Basis von 'Dream Yacht Charter' befindet. Unsere Lagoon 39 wurde aber noch vorbereitet. So deponierten wir unser Gepäck am Kai und erledigten unsere Einkäufe. Am frühen Nachmittag war die 'Gaillac' dann fertig und wir konnten sie übernehmen. Bis alles eingeräumt und die Mietwagen zurückgegeben waren, reichte es aber nicht mehr, um noch auszulaufen. So führten wir noch unsere Sicherheitseinweisung durch, suchten uns ein Lokal fürs Abendessen und übernachteten in der Marina.

Donnerstag 7. September

Da die erste Etappe zur 'Ilot Maitre' nicht sehr weit war, liefen wir erst gegen 11 Uhr aus. Es dauerte natürlich nicht lange, und Jochen packte sein Angelgerät aus. Ein erster Fang wollte sich allerdings nicht einstellen. Nach 10 Seemeilen machten wir zwei Stunden später an einer der ausliegenden Bojen bei der 'Ilot Maitre' fest. Hier befindet sich eine Hotelanlage mit Overwater-Bungalows. Schon kurz nach unserem Eintreffen, schwammen mehre halbmetergroße Kleinhaie um unser Boot herum. Offensichtlich warten diese auf Fütterung oder Küchenabfälle, verschwinden aber sofort, sobald jemand beispielsweise Baden geht.
Freitag 8. September

Unser Tagesziel war die südöstlich gelegene Insel 'Amedee'. Da auch hier die Überfahrt nicht weit war, hatten wir vormittags keine Eile und legten erst gegen 11:30 ab. Plötzlich kam aber die Idee auf, statt 'Amedee' direkt innerhalb der Laguna anzusteuern, die Lagune durch den westlich gelegenen 'Pass de Dumbea' zu verlassen, auf dem offenen Pazifik am Aussenriff entlang nach Südosten zu fahren und durch den Pass bei 'Amedee' wieder in die Lagune zurückzukehren. So hofften wir auf dem offenen Pazifik bessere Chancen zu haben, dass Jochen ein leckeres Abendessen angelt. Für diese spontane Idee waren wir aber zu spät gestartet. Dennoch nahmen wir Kurs Richtung Westen und durchfuhren den 'Pass de Dumbea'.
Es ist immer wieder beeindruckend die Naturgewalten wahrzunehmen, wenn man ein Korallenriff durchfährt und die scheinar grundlos auf dem offenen Meer sich brechenden Wellen am Riff sieht. Etwa zwei Stunden fuhren wir ausserhalb der Laguna auf dem offenen Pazifik und Jochen angelte, was das Zeug hielt. Doch auch hier wollte sich kein Erfolg einstellen. So fuhren wir gegen 15 Uhr wieder durch den Pass zurück in die Lagune - ohne frisches Abendessen.
Unmittelbar in der Nähe des 'Passe de Dumbea' befindet sich die 'Ile Nge'. Weil es hier absolut einsam und auch landschaftlich wunderschön war, animierte uns die Stelle zu einer erneuten Planänderung. Wir suchten uns einen Ankerplatz vor der 'Ile Nge' und blieben über Nacht. Mit dem Dinghy unternahmen wir noch einen Abstecher zur Insel und genossen ansonsten einen Abend in absoluter Einsamkeit. Statt gegrillten Fisches gab es dann eben gegrilltes Gemüse von schiffseigenen Gasgrill.
Samstag 9. September

Gleich nach dem Frühstück fuhren wir mit dem Dinghy wieder zur 'Ile Nge' hinüber, diesmal mit Schnorchelausrüstung. Die Insel selbst hat ziemlich genau die Form eines Fischkörpers. An Land gibt es mehrere Grillplätze, wo man ein außergewöhnliches Grillfest durch führen könnte, wenn... Nach einem Mittagssnack legten wir um 14 Uhr ab nach 'Amedee'.
Für die 14 Seemeilen zur 'Ile Amedee' ließen wir uns Zeit und testeten, wie die 'Gaillac' unter Segeln lief. Leider gab es nur wenig Wind, so war eine Beurteilung nicht wirklich möglich. Gegen 17 Uhr erreichten wir schließlich 'Amedee' und auf der Insel, die so etwas wie die letzte Aussenbastion darstellt, bevor es in der Lagune von 'Neukaldonien' richtig einsam wird, war nichts mehr los. Ruhig lag sie mit ihrem eindrucksvollen Leuchtturm in der Abendsonne und ein paar Yachten bzw. Kats lagen an den ausliegenden Bojen. Wir machte ebenfalls an einer Boje fest, genossen dann den schönen Sonnenuntergang und einen gemütlichen Abend an Bord.
Sonntag 10. September

Gleich nach dem Frühstück setzten wir mit dem Dighy zur 'Ile Amedee' über und besichtigten die kleine Insel. Zunächst bestiegen wir den Leuchtturm, vom dem aus man eine Übersicht über die ganze Insel hat. Danach umwanderten wir die Süd- und Osthälfte der Insel. 'Amedee' ist rundherum von Strand umgeben. Am späten Vormittag kommt zwar ein Ausflugsboot aus 'Noumea' und bringt einige Besucher mit, aber die insgesamt wenigen Menschen verteilen sich und auf der vom Anlegesteg abgewandten Seite ist es praktisch überall einsam.
Gegen Mittag verließ ein Teil unserer Crew die Insel wieder und wir fuhren mit dem Kat etwa 1 Seemeile von 'Amedee' entfernt an die Innenseite des Aussenriffs, um hier zu Tauchen. Neben den bekannten Riff-Fischen sahen wir auch ein paar größere Exemplare. Am Abend kehrten wir zu unserer Anlegeboje zurück und holten die Sonnenbader von der 'Ile Amedee' mit dem Dinghy wieder ab

Montag 11. September

Wir standen etwas früher auf und machten uns gleich nach Frühstück auf den Rückweg zur Basis. Von der 'Ile Amedee' nach 'Noumea' sind es nur 12 Seemeilen und wir wollten noch einmal die Vorräte ergänzen und unseren (relativ knappen) Wasservorrat komplett auffüllen. Gegen Mittag liefen wir in 'Noumea' wieder aus und nahmen Kurs auf die knapp 30 Seemeilen entfernte 'Ilot Mato' weiter Richtung Südosten, die sich etwa auf halben Weg zur 'Ile des Pins' befindet. Hier begegnet man nur noch wenigen Booten und genießt Einsamkeit pur.
Den ganzen Tag über hatte Jochen erfolgslos geangelt und war dennoch am Abend noch so geduldig, die Angel noch einmal auszuwerfen, als es schon langsam dunkel und auch das Essen schon vorbereitet wurde. Und es dauerte nicht lange und ein prächtiger Brocken zappelte an der Angel. Das gab 7 schöne Filets und ein schönes unerwartet bereichertes Abendessen in der malerischen Umgebung.

Dienstag 12. September

Gleich nach dem Frühstück setzten wir in zwei Fuhren zur 'Ilot Mato' über, um zu (Sonnen-)Baden und die Insel zu erkunden. Mit immerhin fast 50m Höhe bietet sie einen herrlichen Ausblick auf unseren Ankerplatz und man kann die vielen Flachwasser und Riffbereiche gut erkennen.
Am Nachmittag versuchten wir bei den Riffen unweit der 'Gaillac' zu tauchen, allerdings erwies sich eine starke Strömung infolge der wechselnden Tide als sehr hinderlich. Der Versuch uns mit dem Dinghy in ruhigere Bereich zu schleppen blieb erfolglos, weil das Dinghy für zwei Taucher beidseitig außen hängend zu viel Widerstand darstellte für den es zu schwach motorisiert war. So beschränkten wir usn auf einen kurzen Tauchgang in Bootsnähe und konnten wenigstens einmal Bilder der allgewärtigen halbmeterlangen Kleinhaie schießen, die sich an jedem Ankerplatz bei der 'Gaillac' einfanden. Wir genossen den restlichen Tag den traumhaften Ankerplatz. Auch Jochen hatte wieder Angelerfolg und bereicherte das Abendessen mit frischen gebratenen Fischfilets.

Mittwoch 13. September

Noch vor dem Frühstück brachen wir zur langen Etappe zur 'Ile des Pins' auf. Rund 5 Seemeilen östlich der 'Ilot Mato' beginnt ein rund 20 Seemeilen tiefer trichterförmiger Einschnitt des Pazifik in die Lagune von Neukaledonien (siehe auch Törnkarte). Der Übergang von der Lagune zum offenen Pazifik findet hier allerdings nicht abrupt, wie sonst bei einem Pass üblich, statt, sondern die Wassertiefe steigt einfach ganz langsam an. Durch die Länge des Trichters hat sich an der Übergangszone die hohe Dünung des Pazifik schon abgebaut, so dass man hier nicht die üblichen Effekte einer Passdurchfahrt erleben kann. Diese Route stellte zwar einen Umweg zur 'Ile des Pins' dar, wir wählten sie aber gezielt, da in diesem Bereich eine hohe Chance bestehen sollte, Buckelwale sehen zu können. Wir hielten auch stundenlang reihum Ausschau, Buckel bekam allerdings nur wir vom starren Blick auf die Wasseroberfläche. Wale bekamen wir keine zu sehen.
Nach gut 8 Stunden Fahrt erreichten wir die 'Ile des Pins' und steuerten dort die 'Baie de Kuto' an. Der größte Teil der 'Ile des Pins' ist als Naturschutzgebiet gesperrt und kann deshalb nicht angelaufen werden. Eine halbe Seemeile außerhalb der 'Baie de Kuto' ankerte ein australisches Kreuzfahrschiff, denn in der Bucht befindet sich auch der Anlegesteg für die Tender der Kreuzfahrer. Um 15:30 fiel unser Anker und wir hatten uns nach der langen Überfahrt unser Ankerbier redlich verdient. Wir teilten den wunderschönen Ankerplatz mit etwa einer Handvoll Yachten. Die Bucht selbst besitzt einen riesigen traumhaften Sandstrand, und der ist praktisch leer. Ein Traum.
Um 17 Uhr setzten wir mit dem Dinghy zum Strand über, und genehmigten uns feine Drinks in der dort befindlichen Bar. Wir erkundeten auch noch die benachbarte 'Baie de Kanumera' und kehrten bei Sonnenuntergang wieder zur 'Gaillac' zurück.

Donnerstag 14. September

Um die 'Baie de Kuto' und 'Baie de Kanumera' befinden sich ein paar kleinere Hotels, wo man auch Fahrräder mieten konnte. Leider bekamen wir nur 6 Räder und Jochen (und seine Angel) opferten sich und blieben bei der 'Gaillac'. Wir anderen radelten eine stramme Strecke an der Südküste entlang zum 'Piscine naturelle', eine natürliche rundum von Wald umgebene Lagune, die bei Flut mit Meerwasser überspült wird, das danach bei Ebbe wieder langsam hinausläuft und ein kleines etwa 1m tiefes 'Schwimmbecken' hinterlässt.
Bei der Weiterfahrt fuhren wir in die Berge der 'Ile des Pins' direkt am kleinen Flughafen vorbei. Auf dem Rückweg zur 'Baie de Kuto' passierten wir noch die ehemaligen und verfallenden Haftanlagen, denn die 'Ile des Pins' war bis Anfang des 20. Jahhunderts ein Gefängnisinsel. Bei Einbruch der Nacht trafen wir schließlich wieder in der 'Baie de Kuto' bei unserem Dinghy ein und kehrten auf die 'Gaillac' zurück.


Freitag 15. September

Wir verließen die 'Ile des Pins' wieder und nahmen Kurs auf die 'Ile Ndo'. Wir waren kaum eine Seemeile gefahren, da boten uns plötzlich zwei Buckelwale eine gute Viertelstunde lang ein unvergessliches Schauspiel.
Auch Jochen hatte wieder Erfolg beim Angeln. Am frühen Nachmittag erreichten wir 'Ndo' und warfen unseren Anker. Natürlich waren wir an diesem weiteren paradiesischen Ankerplatz wieder völlig alleine. Wir verbrachten den restlichen Tag mit Angeln, Baden, Schnorcheln und schwammen auch zum Inselchen hinüber. Um auch Kamera und Drohne mitzunehmen, fuhren wir auch noch mit dem Dinghy zur Insel hinüber.

Samstag 16. September

Wieder begrüßte uns herrliches Wetter und am Vormittag badeten wir nochmals ausgiebig bzw. Doro und Jürgen nutzten die optimalen Lichtverhältnisse für einen Tauchgang. Leider gab es trotz der vielseitigen Korallenlandschaft nur die üblichen Rifffische und nichts Spektakuläres zu sehen.
Am frühen Nachmittag holten wir unseren Anker auf und fuhren zum nächsten Ziel, der 'Baie des Koaris'. Diese befindet sich in einem tiefen fjordartigen Einschnitt am südlichen Ende von 'Neukaledoniens' Hauptinsel. Hier sahen wir verhältnismäßig viele Yachten, die sich in dem weitverzweigten Gewässer allerdings verlieren. Gegen 18 Uhr fiel unser Anker am östlichen Ende des Fjords, ab dem die geringe Wassertiefe die Weiterfahrt nicht mehr erlaubt.

Sonntag 17. September

Der Sonntag begrüßte uns mit strahlendem Sonnenschein. Etwa 1km weiter im Landesinneren, sollte sich eine Thermalquelle befinden, bevor der Fjord in einen Fluss übergeht. Mit dem Dinghy wollten wir bis zu dieser zur Quelle fahren. Da der Fluss aber schnell zu verlanden schien, beidseits eingerahmt von Magrovenwäldern, erkundeten wir die bestmögliche Route vorab mit der Drohne. Tatsächlich war ein gut befahrbarer Bereich auszumachen und so konnten wir recht weit mit dem Dinghy fahren, bevor wir die letzten Meter bis zur Quelle auf Sandbänken zu Fuß zurücklegen konnten.


Fortsetzung in Arbeit ...